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	<title>ARD &#8211; #journalistenschule</title>
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	<description>Das medienpädagogische Projekt der DJS</description>
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		<title>Vom Geschäft mit Fake News im US-Wahlkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Löwisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2018 20:48:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Marie von Mallinckrodt (45. LR) arbeitet im ARD-Hauptstadtstudio, Kai Schächtele (35. LR) ist selbstständiger Journalist (www.kaischaechtele.de). Gemeinsam besuchten sie eine 12. Klasse der Rütli-Schule in Berlin. Bei dem Wort &#8222;Panzerbauer&#8220; ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;"><i>Marie von Mallinckrodt (45. LR) arbeitet im <a href="http://www.ard-hauptstadtstudio.de/korrespondenten/das_erste/marievonmallinckrodt100.html">ARD-Hauptstadtstudio</a></i><i>, Kai Schächtele (35. LR) ist selbstständiger Journalist (</i><a href="http://www.kaischaechtele.de"><i>www.kaischaechtele.de</i></a><i>). Gemeinsam besuchten sie eine 12. Klasse der Rütli-Schule in Berlin.</i></span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bei dem Wort &#8222;Panzerbauer&#8220; werden auch die Jungs in der letzten Reihe hellhörig. Doch eigentlich ist es schon eine lebendige Debatte. Es sind die kleinen Details und die großen Fragen, die die Schülerinnen und Schüler der Rütli-Schule interessieren. Sie besuchen die 12. Klasse, Nachrichten finden die einen bei Facebook, Youtube und in der vorsortierten News-Auswahl ihrer Smartphones. Andere haben die App einer Zeitung oder eines Magazins auf dem Telefon, und einige lesen tatsächlich immer noch eine Tageszeitung. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Es geht um objektiven Nachrichtenjournalismus, den Wert und die Verantwortung der 4. Gewalt, die Aufgabe, ein Thema von möglichst allen Seiten zu betrachten. Wenn man also über Verteidigungspolitik berichtet, muss man sich neben den Parlamentariern, der Ministeriumsseite und der Bundeswehr eben auch mal die Seite der Industrie anhören. Kurz, es geht um einen in einer liberalen Demokratie ohnehin wichtigen Wert: dem anderen zuhören.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Richtig groß wird die Aufmerksamkeit bei der <a href="https://www.wired.de/collection/life/fake-news-mazedonien-veles-trump-clinton-wahlkampf">Geschichte aus der mazedonischen Stadt</a>, die die US-amerikanische Wired recherchiert und die deutsche Wired in ihrer deutschen Ausgabe nachgedruckt hatte</span><span style="font-weight: 400;">. Wegen der miserablen Jobaussichten in ihrer Heimatstadt Veles bauten Blogger im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf ein Geschäft auf mit dem Kopieren gefälschter Nachrichten: Auf mindestens 100 registrierten Pro-Trump-Websites veröffentlichten sie zum Beispiel Meldungen über den – nie passierten – Tod eines FBI-Agenten, der in der vermeintlichen Kinderporno-Affäre von Hillary Clinton ermitteln sollte, und strichen Einnahmen über Google-Ads ein. Wie einfach es in der digitalen Welt ist, Nachrichten so wirken zu lassen, als kämen sie aus einer seriösen Quelle, ist für viele ein Augenöffner.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Und so entwickelt sich zum Ende eine lebendige Diskussion darüber, warum die Bild-Zeitung im Moment so viel Stimmung macht gegen Flüchtlinge und Migranten und ob man sie genauso der Lüge bezichtigen kann wie mazedonische Blogger. Und darüber, woran man im Netz eine seriöse Quelle erkennt. Dass es nicht reicht, etwas zu glauben, was eine gute Freundin auf Facebook gepostet hat, die es wiederum von ihrem besten Freund hat, der es von einer Nachbarin gehört hat, zeigt ein <a href="https://www.br.de/sogehtmedien/stimmt-das/luegenverbreitung/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> aus der Serie „so geht MEDIEN“, die 2018 zurecht für den <a href="http://www.grimme-online-award.de/2018/nominierte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grimme Online Award nominiert</a> war.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Nach 90 Minuten, die viel zu schnell vergangen sind, sagt uns der Lehrer der Klasse: „Ich will sie jetzt aber nicht entlassen, ohne von Ihnen das Versprechen zu haben, Sie wieder kontaktieren zu dürfen.“ Das Versprechen haben wir ihm gern gegeben.</span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Medien müssen junge Menschen besser ansprechen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henriette Löwisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2018 20:02:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Claudia Deeg (34. Lehrredaktion) ist heute Journalistin beim SWR. Am Tag der Pressefreiheit war sie an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Wiesbaden. Ihre Erfahrung:  Medien müssen junge Menschen besser ansprechen. Manche Sachen ändern ...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Claudia Deeg (34. Lehrredaktion) ist heute Journalistin beim SWR. Am Tag der Pressefreiheit war sie an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Wiesbaden. Ihre Erfahrung:  Medien müssen junge Menschen besser ansprechen.</em></p>
<p>Manche Sachen ändern sich nie. Das Gewusel und Gequatsche frühmorgens vor und im Schulgebäude hört sich an wie früher, als die Gerhart-Hauptmann-Schule in Wiesbaden noch keine Realschule, sondern ein Gymnasium war. Im Computerraum dann Stille, Aufmerksamkeit.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-457 alignleft" src="http://2018.djs-online.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Schild-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" srcset="https://hashtag-journalistenschule.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Schild-300x225.jpg 300w, https://hashtag-journalistenschule.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Schild-768x576.jpg 768w, https://hashtag-journalistenschule.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Schild-1024x768.jpg 1024w, https://hashtag-journalistenschule.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Schild-1200x900.jpg 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Meine Frage: „Wie informiert Ihr Euch?“ ist von den insgesamt 65 Schülerinnen und Schülern, die mir in den jeweiligen Doppelstunden mit der 10E, der 10A und einer 9. Klasse gegenüber sitzen, kurz beantwortet: „Instagram, Snapchat, Youtube, Facebook“. Wenn die Jugendlichen für die Schule recherchieren, googlen sie und landen auch mal auf Seiten deutscher TV-Sender oder Zeitungen.</p>
<p>„Guckt Ihr zu Hause Fernsehnachrichten?“<span id="more-455"></span></p>
<p>„Selten, eher zufällig, mit den Eltern ab und zu.“ „Oder in der Halbzeitpause in der Champions League“, sagt ein Schüler und lacht. Was teuer eingekaufte Sportrechte möglich machen… Kinder und ihre Eltern, die selten oder nie öffentlich-rechtliches Fernsehen schauen, haben in diesen Momenten einen Zugang. Die Fußball-WM kann kommen!</p>
<p>Einige Schülerinnen und Schüler sehen Berichterstattung kritisch: „Die Medien rennen oft in dieselbe Richtung.“ „Warum macht ihr erfolgreiche Rapper kaputt?“ Immer wieder geht es um die Echo-Verleihung und die Diskussion um Kollegah und Farid Bang. „Jetzt kommen die Alten und geben ihren Echo zurück, große Medien machen die beiden Rapper fertig, aber wir – die Jungen – finden sie gut.“</p>
<p>Die Schülerinnen und Schüler der Klassen haben den Eindruck, sie kommen mit ihrer Meinung zu kurz, werden nicht repräsentiert. Dass es Interviews mit den Rappern und deren Fans gab, geht offenbar unter. Wir reden über Antisemitismus und den Spagat zwischen Meinungsfreiheit, künstlerischer Freiheit und moralischer Verantwortung, Menschenwürde.</p>
<p>Einige kennen funk – das Jugendangebot von ARD und ZDF – und nutzen es. Wir schauen einen Ausschnitt namens <a href="https://www.funk.net/channel/loesch-dich/loesch-dich-so-organisiert-ist-der-hate-im-netz-i-doku-ueber-hater-und-trolle/loesch-dich-doku/">Lösch Dich: So organisiert ist der Hass im Netz. </a> Ein Schüler fragt: „Aber ist da nicht immer alles &#8218;links&#8216;?“</p>
<p>Auch die Türkei-Berichterstattung in Deutschland ist in den Augen mancher Schüler einseitig, zu Erdogan-kritisch. Sie schauen lieber türkisches Fernsehen. „Ist das einseitig?“, frage ich. Zögern, Raunen, Lachen. Wir einigen uns darauf, dass es Sinn macht, unterschiedliche Quellen zu nutzen. Sich nicht einfach berieseln lassen, die Infos, die ich automatisch per Grundeinstellung über mein Smartphone bekomme, auch mal hinterfragen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-459 alignright" src="http://2018.djs-online.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Plakat-e1525895768765-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://hashtag-journalistenschule.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Plakat-e1525895768765-225x300.jpg 225w, https://hashtag-journalistenschule.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Plakat-e1525895768765-768x1024.jpg 768w, https://hashtag-journalistenschule.de/wp-content/uploads/2018/05/GHS-Plakat-e1525895768765-1200x1600.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></p>
<p>Ich bin beeindruckt, wie offen und sachlich heikle Themen diskutiert werden – unter Erdogan-Anhängern und Erdogan-Kritikern in einer Klasse. Sicher auch das Verdienst der Lehrerinnen und Lehrer.</p>
<p>Wir spielen das <a href="https://www.swr.de/unternehmen/medienkompetenz/swrfakefinder/-/id=14490918/did=19677724/nid=14490918/g1xwed/index.html">Fake-Finder-Quiz</a> des SWR und amüsieren uns, wenn die Mehrheit daneben liegt, wenn es darum geht „fake“ oder „not fake“ einzuschätzen. Und alle schauen mit großem Interesse <a href="https://www.br.de/sogehtmedien/index.html">„So geht Medien“</a> – das Tutorial über Fake News.</p>
<p>Bei aller Kritik waren wir uns einig: Pressefreiheit und Medienvielfalt sind ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. Die Betroffenheit war groß, als wir darüber sprachen, dass Journalisten ermordet werden, weil sie Missstände aufdecken – selbst in Europa, wie in Malta und der Slowakei.</p>
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